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Wiederholung der Arzneigabe

Im Akutfall ist bei der homöopathischen Behandlung eine genaue Beobachtung des Kranken erforderlich. Die Erhöhung der Beschwerden ohne darauffolgende Beruhigung und das Erscheinen zusätzlicher, in das Arzneibild der verabreichten Arznei gehöriger Symptome deuten auf eine falsche Wahl hin. Wenn das richtige Mittel gefunden wurde, ist nach erfolgter Linderung der Beschwerden eine Wiederholung erst dann angezeigt, wenn der Verlauf der Besserung deutlich stagniert oder eine allmähliche Verschlimmerung wieder einsetzt. Auch ein Wiederholen von Dilluzionen erfolgt nach vorgängigem Schütteln oder kurzem Aufschlagen zum Beispiel auf den Handballen.
Bönninghausen empfiehlt weiterhin ein Absteigen der Potenz zu niedrigeren Potenzierungen, um die Empfindlichkeit des Organismus zu verringern. Tatsächlich birgt das heute weithin empfohlene „Hochziehen der Potenz“ meiner Meinung nach die Gefahr, eine ungewollte Unterdrückung der Symptome in der Wahrnehmung unzugänglichen Bereichen, zu vollführen.
In der Behandlung chronischer Erkrankungen sieht es meiner Meinung nach so aus, dass nach Ablauf der Wirkdauer der Arznei (Erstwirkung) und der danach einsetzenden Heilwirkung eine Wiederholung der Arznei nur dann erfolgt, wenn bei Stagnation der Heilung über längere Zeit (14 Tage) nach wie vor die gleichen Symptome auf die gleiche Arznei hindeuten. Chronische Behandlungen sollten nicht durch Laien durchgeführt werden und es hat sich immer wieder gezeigt, dass der Erfolg der chronischen Behandlung von nahestehenden Personen bzw. Familienangehörigen gering ist.