Logo Heilpraktiker Hannes Kaufmann

Was versteht man unter Homöopathie

Homöopathie ist die, nach der traditionellen chinesischen und indischen Medizin und weit vor der sogenannten Schulmedizin, weltweit am weitesten verbreitete Therapie.
Der Mensch ist in der Lage aus seiner Umwelt aufgenommene Stoffe, wie seine Nahrung und Signale, wie Sprache, Musik und Sonnenlicht in, für seine Lebensprozesse nützliche Formen umzuwandeln. Ebenso kann er sich gegen eine Schädigung durch aufgenommene Gifte oder auftretende Gefährdungen durch geeignete Reaktionen schützen.
Jeder vom Menschen aufgenommene Stoff erregt bei diesem eine, für diesen Stoff typische, Wirkung. Manche, ob tierische, pflanzliche, mineralische oder andere Stoffe sind seit langem für ihre heilende Wirkung bekannt.

Krankheit ist nach homöopathischem Verständnis eine, vom Betroffenen als solche empfundene Befindensänderung und nur das und nicht, was der Therapeut an ihm als Krankheit zu erkennen glaubt. Symptome sind nicht die Krankheit selbst, sondern immer auch Ausdruck des Heilungswillens des Körpers und als solche frei von Wertung.
Hahnemann, der "Vater" der Homöopathie wollte wissen, nach welchen Prinzipien Arzneien wirken. Er nannte das, von ihm entdeckte und zur Grundlage seines Therapieansatzes gemachte, Wirkprinzip „Simile-Prinzip“. Dieses Naturgesetz besagt, dass ein Stoff, der in der Lage ist, beim Gesunden Symptome hervorzurufen, auch in der Lage ist, einen Kranken mit ähnlichen Symptomen zur Heilung zu bewegen.

Von der Wissenschaftlichkeit der Homöopathie im Vergleich zur sogenannten Schulmedizin gibt es unterschiedliche Auffassungen. Homöopathie wird in vielen Ländern der Erde ordentlich an Schulen und Universitäten gelehrt.
Die Vorstellungen der Schulmedizin von Heilwirkung folgen dem Energieerhaltungssatz der toten Materie, wonach Wirkung gleich Gegenwirkung ist. Durch die Entdeckung der Relativität von Masse und Energie durch Albert Einstein wurde dieser Satz widerlegt und ist seitdem ein Dogma. Das Simile-Prinzip als Gesetzmäßigkeit der belebten Natur stimmt mit den Prinzipien der Relativitätstheorie überein.

Diagnose ist die Feststellung und Bezeichnung einer Krankheit zum Zweck ihrer Behandlung. Der ethische Anspruch der Homöopathie lässt sich auf den Grundsatz reduzieren, dass nicht Krankheiten, sondern Menschen geheilt werden sollen. Dafür ist eine, so vollkommen wie mögliche Erfassung der Gesamtpersönlichkeit des Patienten Voraussetzung für die Arzneimittelwahl.
Diese Erfassung nennt man Anamnese. In der Homöopathie werden keine Diagnosen gestellt. Wenn ein Arzt, um zu einem homöopathischen Mittel zu gelangen, eine Diagnose im schulmedizinischen Sinne stellt, trägt er die Bezeichnung "Homöopath" zu Unrecht. Der Heilpraktiker muss schulmedizinische Diagnosen stellen, einzig zu dem Zweck, um die Erkrankungen, für die, nach dem Gesetz, Behandlungsverbot durch den Heilpraktiker besteht, erkennen zu können.

Um die, jeder homöopathischen Arznei eigenen Wirkungsmöglichkeiten zu erkennen, wird diese am Gesunden geprüft. Es wird über einen begrenzten Zeitraum beobachtet, welche typischen Symptome die Arznei zu erregen imstande ist, um diese dann mit den Symptomen von Leidenden vergleichen zu können. Das nennt man Arzneimittelprüfung. In der Schulmedizin erfolgt die Prüfung von Medikamenten an bereits Erkrankten.
Hahnemann verwendete anfangs Ursubstanzen der, zu seiner Zeit bekannten Arzneimittel. Dabei beobachtete er eine, mitunter drastische Verschlimmerung der Beschwerden, bevor eine Besserung einsetzte. Um diese Erstverschlimmerungen zu reduzieren, verdünnte er die Arzneien, musste aber beobachten, dass dadurch auch die Heilwirkung abnahm. Wiederum durch Beobachtung stellte er fest, dass, wenn er die Arzneien nicht nur verdünnte sondern zusätzlich noch auf eine elastische Unterlage aufschlug, die Erstverschlimmerung zwar abnahm, aber die Heilwirkung größer wurde. Diesen Vorgang nannte er Dynamisierung.
Für die Verdünnung legte er Centissimalschritte fest, also eine Verdünnung von 1:100 und für die Verschüttelung mindestens zwei kräftige Schläge. C-Potenzen werden weltweit in der gleichen Weise hergestellt und sind so in ihrer Wirkung vergleichbar. Stoffe, die sich nicht in Alkohol lösen lassen, werden bis zu vier Schritte mit Milchzucker verrieben und dann in Alkohol gelöst. Globuli entstehen, indem Zuckerkügelchen mit der Lösung befeucht und dann getrocknet werden. Die Zahl der Potenz ist die Anzahl der erfolgten Potenzierungsschritte.
Die homöopathische Arznei bewirkt, bei richtiger Wahl, im belebten Organismus das Ingangkommen von Selbstheilungsprozessen. Die Arznei wirkt dabei nicht stofflich, so wie Worte oder Musik für ihr Wirksamwerden zwar an Stoffe gebunden aber selbst keine Stoffe sind. Deshalb kann es bei Homöopathika nicht zu Resistenzen oder Nebenwirkungen kommen wie bei ausschließlich chemischen oder physikalischen Gesetzmäßigkeiten folgenden Medikamenten.
Allerdings besteht die Gefahr des Informationsverlustes und dieser zieht ein Unwirksamwerden der Arznei nach sich. Ein Berühren der Globuli und der Kontakt mit kontaminierten Gefäßen gehört dazu, so wie die Beeinflussung durch andere arzneilich wirkende Stoffe. Das nennt man Antidotierung.
Die sicherste Verabreichung erfolgt direkt auf die Zunge oder die Hand des Patienten.

Gegen die Homöopathie werden aus den verschiedensten Lagern Einwände erhoben. Die Pharmakologen behaupten, dass homöopathische Arzneien nicht wirken können, weil sie keinen Wirkstoff enthalten.
Die Logiker behaupten, dass es das Gleiche sei, eine Arznei 10 mal 1:100 zu verdünnen wie 1 mal 1:1000, aber bedienen sich auf der anderen Seite wie alle Menschen ihrer Sinne, um die Umwelt wahr zu nehmen und Erfahrungen zu sammeln und die Erfahrung zeigt, dass es bei den Potenzierungen eben nicht auf das Selbe hinausläuft.
Andere behaupten unter christlichem Deckmantel, dass bei der Heilung durch Homöopathie böse Mächte am Werk wären. Bei Matthäus 12,22-30 kann man nachlesen, wenn man will, dass dieses Argument nicht neu ist und die Pharisäer offensichtlich nicht aussterben.
Dass die Homöopathie in ihrem Ursprungsland wieder die ihr zustehende Anerkennung findet, bleibt zu hoffen.

 

Ein Vortrag: Alternativmedizin-Wissenschaft. Ein Dialog?